Vorfälligkeitsentschädigung

04.04.2016 von
Sie suchen Infos zur Vorfälligkeitsentschädigung beim Hauskauf? Dann finden Sie hier alles Wissenswerte zum Thema & zur Berechnung im Überblick.

Wer sich schon mal mit Baufinanzierung oder Darlehen für den Hauskauf auseinander gesetzt hat, weiß wie kompliziert die ganzen Angelegenheiten rund um die Zinsen werden können. Noch schwieriger wird es, wenn man verfrüht aus einem Vertrag aussteigen will, zum Beispiel weil sich die Chance bietet, ein Darlehen zu einem vorteilhafteren Zinssatz abzuschließen. Denn hier kommt die Vorfälligkeitsentschädigung ins Spiel.

Was ist eine Vorfälligkeitsentschädigung?

Die Vorfälligkeitsentschädigung, kurz VFE, ist ein Begriff aus dem Kreditwesen und meint eine Absicherung von Seiten der Bank, wenn es zu der Kündigung eines Festzinsdarlehens kommt. Festzinsdarlehen sind Darlehen, bei denen über den vereinbarten Zeitraum die Zinsen gleich bleiben, was vorwiegend bei Immobilienfinanzierungen der Fall ist, sprich bei Baufinanzierungen oder bei Hauskäufen.
Wenn nun allerdings ein Kunde dieses Darlehen vor Fälligkeit kündigen will, also ehe die Vertragslaufzeit verstrichen ist, um eventuell ein neues Darlehen zu günstigeren Zinssätzen aufzunehmen, obliegt es der Bank dieses Vorhaben abzulehnen. Wenn sich die Bank jedoch entscheidet dem Wunsch des Kunden nachzugeben und das Darlehen zurückzunehmen wird eine Vorfälligkeitsentschädigung von dem Kunden verlangt, die sich aus den noch nicht bezahlten Zinsen berechnet.

Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung

Die Bank berechnet die Vertragsstrafe anhand von zwei Komponenten, die zusammen den Gesamtschaden der Bank ergeben und somit die Basis der Vorfälligkeitsentschädigungs-Berechnung bilden. Genauer genommen handelt es sich bei den beiden zu kombinierenden Größen um den, gemäß der Marktzinsmethode entstandenen, Refinanzierungs- und Margenschaden.
Wenn Sie allerdings mit diesem Fachchinesisch nichts anfangen können, bietet sich Ihnen auch die Möglichkeit, sich einen Überblick darüber zu verschaffen welche Daten und Fakten mit reinspielen in die Berechnung der letztendlichen Vorfälligkeitsentschädigung. Wichtig ist zum einen ob es sich bei dem Ablösetermin um einen regulären Zahlungstermin handelt, zu welchem Termin Sie das Darlehen ablösen möchten und wie hoch die Restschuld zu diesem von Ihnen angepeilten Termin ist. Des Weiteren ist das Datum zu beachten, an welchem die vollständige Darlehensauszahlung erfolgte, beziehungsweise die letzte Verlängerung der Sollzinsbindung, sowie das Datum an dem die Sollzinsbindung endet. Schließlich sind noch der ursprüngliche Sollzinssatz, sowie die Höhe der Raten miteinzubeziehen, in die Kalkulierung der Vorfälligkeitsentschädigung.

Berechnungsfaktoren von Vorfälligkeitsentschädigungen im Überblick

 

Vorfälligkeitsentschädigung - Berechnung
Vorfälligkeitsentschädigung - Berechnung (Quelle: finanzdienstleistung-poller.info)

Andernfalls finden Sie hier eine Exel-Tabelle mit der Berechnung (0,3 MB) von Test.de, die ihnen bei der Ermittlung der Vorfälligkeitsentschädigung behilflich sein können.

Aber: Muss man denn immer unbedingt eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen?

Wie es gelingt die Vorfälligkeitsentschädigung zu umgehen

Sie wollen aus ihrem Darlehensvertrag raus, aber haben Angst sich dann mit einer saftigen Vorfälligkeitsentschädigung konfrontiert zu sehen? Sie können aufatmen, denn in vielen Fällen gibt es ein Schlupfloch.
Aktuellen Fallprüfungen der Verbraucherzentrale ist zu entnehmen, dass zu diesem Zeitpunkt circa 80 % der Baufinanzierungen und Darlehensverträge, die zwischen 2002 und 2010 abgeschlossen wurden, eine fehlerhafte Widerrufsbelehrungg aufweisen. Genau darin liegt Ihre Chance: Sollte der Vertrag eine in irgendeiner Form fehlerhafte Widerrufsbelehrung aufweisen, sind Sie dazu berechtigt, das Darlehen vorzeitig zu beenden und das ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen. Bei einem Umstieg auf Neuverträge mit vorteilhafteren Zinssätzen können Hausbesitzer also große Summen sparen.

Vorfälligkeitsentschädigung umgehen
Vorfälligkeitsentschädigung umgehen (Quelle: finanzdienstleistung-poller.info)

Wir halten fest: Das Prüfen der Widerrufsbelehrung lohnt sich in den meisten Fällen!

Eine weitere Option ist, bei Zinsfestschreibungen, die länger als zehn Jahre laufen, das Zeitfenster von 6 Monaten zu nutzen, nachdem das 10. Jahr verstrichen ist. Innerhalb dieser Zeitspanne ist es möglich den Zinsvertrag ohne eine anfallende Vorfälligkeitsentschädigung zu kündigen. Wir beraten Sie gern zu Ihren Möglichkeiten! Alle Infos finden Sie unter www.finanzdienstleistung-poller.de.