Ratenkredit (Barkredit)

17.10.2013 von
Ratenkredit | Barkredit: Erfahren Sie hier alles Wissenswertes zum Thema Ratenkredit und Barkredit. Themen: Definition, Entstehung, Abwicklung und Kündigung.

1. Definition

Bei einem Ratenkredit handelt es sich um ein Darlehen einer festgelegten Höhe, welches anhand von konstant bleibenden Raten abzubezahlen ist. Die Raten sind meist monatlich zu tilgen. Die Monatsraten setzen sich in den häufigsten Fällen aus der Tilgung, den Zinsen und manchmal auch aus zusätzlichen Gebühren der Bank zusammen.

Ratenkredite können in vielfältigen Bereichen zum Einsatz kommen. Beispielhaft sind hier der Autokauf oder ein Urlaub zu nennen. Kredite müssen aber nicht in jedem Fall zweckgebunden sein.

2. Entstehung

Die Geschichte der Kredite geht bis ins tiefste Mittelalter zurück. Bereits damals wurde häufig von ihnen Gebrauch gemacht. Kriege und prächtige Schlösser wurden in vielen Fällen anhand von Krediten finanziert. Da das Christentum damals eine Zinsvergabe untersagte, war es lediglich Personen der jüdischen Religionsgemeinschaft erlaubt Zinsen zu vergeben.

Im 19. Jahrhundert wurden verschiedene Kapitalgesellschaften gegründet, die gewährleisten sollten, dass der steigende Kreditbedarf der Wirtschaft weiterhin gedeckt werden konnte. Zu dieser Zeit entstanden auch Spar- und Konsumgenossenschaften die es ermöglichten auch an kleine Handwerksbetriebe Kredite auszustellen.

In den 1950iger Jahren, als Deutschland in der Phase des Wiederaufbaus war, nahm die Bedeutung der Kreditvergabe an Privatkunden zu.

In dem Jahr 1952 vergaben die Sparkassen zum ersten Mal Darlehen, die anhand von festgelegten monatlichen Raten zu begleichen waren, also das, was heute als Ratenkredit bekannt ist.

Der Anteil der Ratenkredite, gemessen an der gesamten Anzahl von aufgenommen Krediten in Deutschland, ist sehr hoch und die Tendenz ist weiterhin steigend. In der folgenden Graphik wird ein Anstieg der Ratenkredite (bezogen auf die Jahre 2006 bis 2009) in Deutschland deutlich.

3. Abwicklung von Ratenkrediten

Bei den Darlehensgebern handelt es sich meist um Banken oder verwandte Institutionen wie Sparkassen. Die Abwicklung läuft über ein Darlehenskonto. Dieses Konto wird vor der Überweisung des Darlehensbetrags eröffnet und wird ausschließlich für jene Zahlungen genutzt, für die das Darlehen gedacht ist.

Beglichen wird das Darlehen, wie bereits erwähnt, anhand von regelmäßigen Ratenzahlungen. Die Höhe des Darlehensbetrag und die daraus resultierende Laufzeit sind von Fall zu Fall verschieden. Die Zinsverrechnung erfolgt entweder monatlich auf den in Anspruch genommen Saldo, oder bezogen auf den Anfangskreditbetrag in Prozent pro Monat.

Im Allgemeinen sind die Zinsen von Ratenkrediten höher als die von Baufinanzierungen, aber sie sind niedriger als bei Dispositionskrediten. Die einmalige Bearbeitungsgebühr liegt meist zwischen 2 und 3,5% der jeweiligen Kreditsumme.

Ratenkredite sind üblicherweise als Blankodarlehen ausgelegt. Das bedeutet, dass abgesehen von einer Lohn und – Gehaltsabtretung keine Sicherheiten im Vertrag vereinbart werden.

Es wird aber geprüft ob der Darlehensnehmer über ein geregeltes Einkommen verfügt und in der Lage ist, die monatlichen Raten zu begleichen.

4. Kündigung des Darlehens

4.1 durch das Kreditinstitut

Eine Bank kann einen Ratenkredit nur schwer aufkündigen. Tatsächlich muss eine ganze Reihe von Rahmenbedingungen gegeben sein, damit die Kündigung des Ratenkredits für die Bank möglich ist.

Erstens muss der Darlehensnehmer mindestens mit zwei Raten im Rückstand sein. Zweitens müssen die Ratenrückstände insgesamt 10% oder 5% des Darlehensbetrags entsprechen. Der Prozentsatz ist abhängig von der Laufzeit des Ratenkredits.

Außerdem muss die Bank drei Mahnungen versenden. In der dritten Mahnung muss die Konsequenz der Kündigung des Ratenkredits explizit erwähnt sein.

4.2 durch den Kunden

Seit dem Juni 2010 besteht für den Kunden die Möglichkeit den Kredit ohne Einhaltungen von Fristen zu kündigen. Es kann von den Banken jedoch eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangt werden. Diese darf bei Krediten mit mehr als 12 Monaten Restlaufzeit höchstens 1,0% und in allen anderen Fällen maximal 0,5% betragen.