Europäisches System der Zentralbanken (ESZB)

26.08.2013 von
Wie ist das europäische System der Zentralbanken (ESZB) aufgebaut? Wie ist es strukturiert und welche Ziele verfolgt es? Hier erfahren Sie mehr dazu.

Als Primärziel des Eurosystems ist die Preisniveaustabilität im Euro-Währungsgebiet zu nennen. Des Weiteren soll es die allgemeine Wirtschaftspolitik unterstützen, also für angemessenes Wachstum sorgen, solange dies nicht zu Lasten der Preisstabilität geht. Das Eurosystem umfasst die Europäische Zentralbank (EZB), sowie die rechtlich autonomen nationalen Zentralbanken (NZB) der 17 Mitgliedsländer der Europäischen Union, die den Euro bereits eingeführt haben. Das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) besteht aus der EZB und den nationalen Zentralbanken aller Mitgliedsstaaten der EU, auch derer, die den Euro noch nicht eingeführt haben. Das Eurosystem wird von den Beschlussorganen der EZB, bestehend aus dem EZB-Rat und dem EZB-Direktorium, geleitet. Für den Euro-Raum relevante Entscheidungen (z.B. Beschluss zur Leitzinsänderung) werden im EZB-Rat, bestehend aus den 17 Präsidenten der nationalen Zentralbanken, sowie den 6 Mitgliedern des EZB-Direktoriums, beschlossen und zur Durchsetzung an die jeweiligen nationalen Zentralbanken weitergeleitet. Die drei wichtigsten, dem EZB-Rat zur Verfügung stehenden geldpolitischen Instrumente sind: 1. Offenmarktgeschäfte (z.B. Kauf/ Verkauf von Staatsanleihen, etc.), 2. Ständige Fazilitäten (unterschiedliche Kreditlinien/ Kreditrahmen für Geschäftspartner, um Geld aufzunehmen oder anzulegen), 3. Mindestreservesystem (Hinterlegung einer Mindestreserve als Prozentwert der eingegangenen Verbindlichkeiten, aktuell 2%). Durch den antizyklischen Einsatz geldpolitischer Instrumente lässt sich die Geldmenge beeinflussen, welche Auswirkung auf die Preisniveaustabilität hat. Als Beispiel dient die Regulierung des Hauptrefinanzierungssatzes (Leitzins) für Geschäftsbanken, welcher aktuell bei 0,5 Prozent liegt.