Dispokredit

28.11.2016 von
Sie interessieren sich dafür, was ein Dispokredit ist? Hier finden Sie eine Definition von Dispositionskredit sowie eine Erklärung des Begriffs!

Dispokredit | Dispositionskredit | Definition | Erklärung

Was ist ein Dispokredit? – Definition & Erklärung von Dispositionskredit

Der Dispositionskredit wird umgangssprachlich auch als Dispokredit bezeichnet. Es handelt sich bei einem Dispokredit um die von deutschen Kreditinstituten auf einem Girokonto eingeräumte, betraglich begrenzte Möglichkeit der Überziehung im Rahmen des unbaren Zahlungsverkehrs. Er erlaubt also die Überziehung eines privaten Girokontos bis zum vereinbarten Kreditlimit, das von der Bank festgelegt wurde und orientiert sich an dem monatlichen Einkommen des Kontoinhabers.

Generell gilt, dass ohne spezielle Vereinbarungen Verfügungen über Girokonten im Rahmen des Zahlungsverkehrs durch das Bankguthaben gedeckt sein müssen. Das bedeutet, dass im Fall einer Überweisung ausreichend Guthaben hierfür auf dem Konto vorhanden sein muss. Wenn das Guthaben oder ein ausdrücklich eingeräumter Kreditrahmen für eine Verfügung nicht ausreicht, diese aber trotzdem vom Kreditinstitut ausgeführt wird, handelt es sich um ein Überziehen des Kontos. In diesem Fall liegt eine „geduldete Kontoüberziehung“ vor. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Bank dem Kunden automatisch auch Anspruch auf Kredit zuspricht. Der Dispositionskredit ist eine besondere Form des unbefristeten Kontokorrentkredits, der es dem Kontoinhaber erlaubt, Verfügungen im Rahmen des Zahlungsverkehrs vorzunehmen, auch wenn das Kontoguthaben nicht ausreicht. Der Dispositionskredit ist also ein Darlehen nach §§ 488 ff. BGB und wird somit als Verbraucherdarlehensvertrag qualifiziert. Dem Kontoinhaber wird das Recht zugesprochen, sein Konto in einer bestimmten Höhe zu überziehen. Es dürfen dann außer den Zinsen keine weiteren Kosten berechnet werden. Die Zinsen dürfen außerdem nicht in kürzeren Zeiträumen als drei Monaten belastet werden. Das Kreditinstitut muss dem Kontoinhaber vor der Inanspruchnahme eines Dispokredits über die Höchstgrenze des Darlehens, den geltenden Jahreszins, die Regelung der Vertragsbeendigung sowie über die Bedingungen unterrichten, unter denen der Zinssatz geändert werden kann. Als Dispolimit wird Kunden meist die zwei- bis dreifache Summe des monatlichen Einkommens zugesprochen. Wird der Kredit in Anspruch genommen, fallen für die tägliche Kreditsumme täglich Zinsen an. Der aktuelle Zinssatz des Finanzmarkts beeinflusst die Höhe der Zinsen eines Dispositionskredits. Die Zinsen werden mit dem quartalsmäßigen Rechnungsabschluss vom Konto des Kunden abgebucht.