Baudarlehen

04.05.2014 von
Ein Baudarlehen ist ein zweckgebundener Kredit ab einer Summe von 30.000 € und darf lediglich für die Finanzierung von baulichen Maßnahmen oder zum ...

Ein Baudarlehen ist ein zweckgebundener Kredit ab einer Summe von 30.000 € und darf lediglich für die Finanzierung von baulichen Maßnahmen oder zum Immobilienkauf genutzt werden. Aufgrund der meist hohen Kreditsummen fallen entsprechend auch die Laufzeiten meist länger aus (bis zu 35 Jahre oder mehr). Durch diese langen Laufzeiten werden vorab gewisse Zinsbindungsfristen von fünf, zehn oder fünfzehn Jahren vereinbart. Dabei gilt, je günstiger die Zinsen zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses, desto länger sollte die Frist ausfallen. Die monatlich gleichbleibenden Raten zur Tilgung des Kredits setzen sich dabei aus einem Tilgungs- und einem Zinsteil zusammen. Im Laufe der Rückzahlung wird dabei der Tilgungsteil immer höher und parallel der Zinsteil immer geringer. Dies hat den Effekt, dass der Kredit schneller zurückgezahlt wird. Um den Nominalzins zu senken, kann ein Verbraucher bei seiner Bank auch ein Disagio (Zinsvorauszahlung) vereinbaren. Ein Immobilienkredit wird nicht in voller Höhe ausgezahlt, sondern nach Vollendung von Baufortschritten in Teilbeträgen überwiesen. Bei einem Baudarlehen erfolgt eine Grundschuld oder eine Hypothek auf die Immobilie. Dabei wird von einer grundpfandrechtlichen Beleihung gesprochen. Dies dient für die Bankinstitute als Sicherheit. Für die Eintragung in das Grundbuch muss der Verbraucher eine Grundschuldbestellung vorgeben. Ist die vereinbarte Zinsbindungsdauer abgelaufen, so gibt es gemäß der EU-Richtlinien die Möglichkeit einer vorfälligkeitsentschädigungsfreien Umschuldung. Die Vorfälligkeitsentschädigung entfällt ebenfalls nach zehn Jahren Kreditlaufzeit. Für die Umschuldung empfehlen sich dabei eine Prolognation (Umschuldung bei derselben Bank) oder eine Anschlussfinanzierung bei einem anderen Kreditinstitut.