Abwicklung von Kreditgeschäften

23.07.2013 von
Sie wollen wissen, wie ein Kredit bzw. ein Kreditgeschäft abgewickelt wird und worauf man achten sollte? Dann erfahren Sie hier mehr darüber!

Kreditgeschäfte können sowohl für den Kreditnehmer, als auch für den Kreditgeber mit Risiken verbunden sein. Deshalb achtet der Gesetzgeber verstärkt darauf, dass durch Einhaltung verschiedener Regularien die Abwicklung von Kreditgeschäften so transparent und risikolos wie möglich geschieht. Als besonders schützenswert gilt der Verbraucher. Die wichtigsten rechtlichen Regularien werden unter „Rechtsgrundlagen von Krediten“ etwas näher beschrieben. An dieser Stelle sollen die wesentlichen Charakteristika erläutert werden, die zur Abwicklung von Kreditgeschäften nötig sind.

  • Initiation: Da Kreditinstitute gewinnorientiert arbeiten, bewerben sie die Inanspruchnahme ihrer Kreditleistungen und treten als gewerblicher Anbieter auf, welcher die Vorschriften des Kreditwesengesetzes, sowie die Erfüllung der Mindestanforderung an das Risikomanagement (MaRisk) zu beachten hat. Die finale Initiative zum Abschluss eines solchen Geschäfts sollte jedoch vom Kreditnehmer ausgehen.
  • Prüfung von Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit: Kreditfähigkeit bezeichnet die Fähigkeit, rechtswirksam Kreditverträge zu schließen (z.B. Geschäftsfähigkeit, Volljährigkeit). Bei der Kreditwürdigkeit unterscheidet man zwischen der persönlichen und der materiellen Kreditwürdigkeit, welche eine Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditinteressenten verlangt. Näheres soll an dieser Stelle nicht ausgeführt werden.
  • Besicherung eines Kredites: Um das Risiko eines Kreditausfalls zu minimieren, kann der Kreditgeber vom Kreditnehmer die Stellung von Sicherheiten verlangen. Diese Besicherung ist im Kreditvertrag oder in einem separaten Sicherungsvertrag festzulegen und regelt die rechtliche Situation zwischen Sicherungsgeber und Sicherungsnehmer. Prinzipiell unterscheidet man zwischen gesicherten Krediten und ungesicherten Krediten (Blankokredite). Zu den gesicherten Krediten gehören gedeckte Personalkredite und Realkredite.
  • Kreditentscheidung: Die Kreditbewilligung erfolgt nach den Vorgaben der MaRisk der BaFin, welche die Beachtung wichtiger Punkte verlangt, wie zum Beispiel die Vertretbarkeit der Kreditgewährung, die Beurteilung der Kreditwürdigkeit, den Verwendungszweck, die Sicherheiten, u.v.m.. Ein Kreditinstitut muss für diese Entscheidung zwei Bereiche des Risikomanagements vorweisen ("Markt" und "Marktfolge"), welche der Kreditierung zustimmen.
  • Abschluss und Inhalt des Kreditvertrages: Rechtlich betrachtet ist der Kreditvertrag ein Darlehensvertrag (§ 488 ff. BGB) , welcher durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen zustande kommt (Antrag und Annahme), wobei nach positiver Prüfung aller Kriterien eine Zusage durch das Kreditinstitut erfolgt. Im Kreditvertrag werden entsprechende Vereinbarungen schriftlich festgehalten, wie z.B. Art des Kredites, Kredithöhe, Laufzeit, Rückzahlung, Kündigungsmöglichkeiten, Kosten, Besicherung, AGB, etc.. Nach dem rechtlichen Zustandekommen des Kreditvertrages erfolgt die Bereitstellung des Kredites, welche durch Geldleihe (z.B. Auszahlung oder Bereithaltung) oder Kreditleihe (z.B. Akzeptkredit, Avalkredit) erfolgen kann. Nach den MaRisk ist ein Kreditinstitut auch nach dem Abschluss eines Kreditgeschäfts zur nachhaltigen Steuerung und Überwachung von Kreditrisiken, sowie zum Kreditrisikocontrolling verpflichtet. Dazu können laufende Kreditwürdigkeitsprüfungen oder auch die Kontrolle der gestellten Sicherheiten zählen.

Beendigung eines Kreditverhältnisses: Ein Kreditverhältnis kann auf 3 unterschiedliche Arten enden oder beendet werden. Dies sind die Rückzahlung (vertragsgemäße Schuldrückführung), Zeitablauf (Entschuldung nach bestimmtem Zeitraum) und Kündigung (einseitige Willenserklärung des Kreditnehmers oder Kreditgebers). Bei der Kündigung unterscheidet man zwischen der ordentlichen und der außerordentlichen Kündigung. Soll eine ordentliche Kündigung stattfinden, so sind, je nach Darlehensart, bestimmte Fristen einzuhalten, wobei an dieser Stelle nicht auf weitere Details eingegangen werden soll. Eine außerordentliche Kündigung muss immer mit einem berechtigten Interesse verbunden sein. Ein solches liegt vor, wenn zum Beispiel ein Kreditnehmer sein beliehenes Haus verkaufen möchte, oder sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers erheblich verschlechtern (außerordentliches Kündigungsrecht für den Kreditgeber).